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Felix · Wissenschaft

Prävention im Pflegealltag: Was die Forschung über Aktivierung sagt

Was zeigen die FINGER-Studie und die großen Übersichtsarbeiten zum Gedächtnistraining wirklich? Ein nüchterner Überblick über die Forschung zur Aktivierung im Alter und was er für den Betreuungsalltag bedeutet.

Aktualisiert am 3 Min Lesezeit HelloMirrors Redaktion
Prävention im Pflegealltag: Was die Forschung über Aktivierung sagt

Einleitung

Bewegung, Gedächtnistraining und Gemeinschaft gehören zum Alltag jeder Sozialen Betreuung. Wer digitale Angebote dafür auswählt, fragt zu Recht: Was sagt die Forschung zu solchen Aktivitäten im Alter, und was sagt sie nicht? Dieser Artikel fasst die bekanntesten Studien zusammen, so genau wie möglich und ohne mehr daraus abzuleiten, als sie hergeben.

Die FINGER-Studie

Die finnische FINGER-Studie (Ngandu et al., The Lancet, 2015) begleitete 1.260 Menschen zwischen 60 und 77 Jahren mit erhöhtem Demenzrisiko über zwei Jahre. Eine Gruppe erhielt ein kombiniertes Programm aus Ernährungsberatung, Bewegungstraining, kognitivem Training und der Kontrolle von Gefäßrisikofaktoren wie Blutdruck. Diese Gruppe schnitt in einem standardisierten kognitiven Gesamttest besser ab als die Vergleichsgruppe, die eine allgemeine Gesundheitsberatung erhielt. Ob dadurch weniger Menschen an Demenz erkrankten, wurde nicht gemessen.

Wichtig für die Einordnung: Untersucht wurden Menschen ohne Demenz, die nicht in Pflegeeinrichtungen lebten. Und geprüft wurde das Gesamtprogramm über zwei Jahre; welchen Anteil einzelne Bausteine daran haben, lässt sich aus der Studie nicht ablesen.

Übersichtsarbeiten zum computergestützten Gedächtnistraining

Zwei viel zitierte Metaanalysen haben Studien zu Gedächtnistraining am Bildschirm zusammengefasst. Bei gesunden älteren Menschen fanden Lampit et al. (PLOS Medicine, 2014) kleine positive Effekte, unter anderem auf Gedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen, nicht jedoch auf Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen. Hill et al. (American Journal of Psychiatry, 2017) fanden bei leichter kognitiver Beeinträchtigung moderate Effekte. Für Menschen mit bereits bestehender Demenz bewerten die Autoren die Belege als schwach; die wenigen positiven Befunde stammen fast nur aus Studien mit Virtual Reality oder Spielkonsolen.

Für die Praxis heißt das: Gedächtnistraining ist ein sinnvolles Beschäftigungsangebot. Bei Menschen mit Demenz steht aber nicht der Trainingseffekt im Vordergrund, sondern Freude, Begegnung und gelungene Momente.

Kognitive Reserve

Der Begriff der kognitiven Reserve beschreibt, dass geistig und sozial aktive Menschen altersbedingte Veränderungen des Gehirns oft länger ausgleichen können. Das passt zur Grundidee der Aktivierung: abwechslungsreiche, sinnvolle Beschäftigung über das ganze Leben hinweg. Ein Wirknachweis für einzelne Angebote im Pflegeheim ist es nicht.

Was das für den Betreuungsalltag bedeutet

Aus der Forschung lässt sich kein Versprechen für ein bestimmtes Produkt ableiten, auch nicht für Felix. Felix ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine Pflege und keine ärztliche Behandlung. Was Felix leisten kann, ist praktisch: Die Soziale Betreuung hat ohne Vorbereitung Übungen zu Bewegung, Gedächtnis, Musik und Entspannung zur Hand, im Gruppenraum wie im Einzelzimmer.

Fazit

Die Forschung zeigt für bestimmte Programme und Gruppen positive Effekte auf kognitive Testergebnisse. Sie zeigt aber ebenso deutlich ihre Grenzen, besonders bei bereits bestehender Demenz. Gute Aktivierung im Pflegeheim misst sich deshalb weniger an Testergebnissen als daran, ob Bewohnerinnen und Bewohner gerne mitmachen und ob das Team sie ohne großen Aufwand anbieten kann.

Quellen

  • Ngandu T. et al. (2015): A 2 year multidomain intervention of diet, exercise, cognitive training, and vascular risk monitoring versus control to prevent cognitive decline in at-risk elderly people (FINGER): a randomised controlled trial. The Lancet 385(9984), 2255–2263.
  • Lampit A., Hallock H., Valenzuela M. (2014): Computerized Cognitive Training in Cognitively Healthy Older Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis of Effect Modifiers. PLOS Medicine 11(11), e1001756.
  • Hill N. T. M. et al. (2017): Computerized Cognitive Training in Older Adults With Mild Cognitive Impairment or Dementia: A Systematic Review and Meta-Analysis. American Journal of Psychiatry 174(4), 329–340.

Themen

Evidenzbasierte Prävention Pflegeforschung Kognitive Aktivierung Sturzprävention Felix Aktivierungsdisplay Demenzprävention

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