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Felix · Ratgeber

Digitale Aktivierung ohne WLAN: Was im Pflegeheim funktioniert

Kein WLAN im Wohnbereich? Welche digitalen Beschäftigungsangebote im Pflegeheim trotzdem laufen und wie Sie Ihr Mobilfunknetz in 15 Minuten prüfen.

9 Min Lesezeit HelloMirrors Redaktion
Digitale Aktivierung ohne WLAN: Was im Pflegeheim funktioniert

Kurz gesagt

Ja. Digitale Beschäftigungsangebote für Pflegeheime funktionieren auch ohne WLAN: Es gibt Aktivierungsgeräte mit eigener SIM-Karte, die sich selbst mit dem Mobilfunknetz verbinden, außerdem LTE-Router, Tablets am Handy-Hotspot und reine Offline-Lösungen. Entscheidend sind zwei Fragen vorab: Wie gut ist der Mobilfunkempfang in Ihren Wohnbereichen, und läuft das Angebot weiter, wenn die Verbindung einmal fehlt?

Warum WLAN in Pflegeheimen so oft die Hürde ist

Wer ein digitales Angebot für die Soziale Betreuung einführen will, stößt selten an der Bedienung oder am Inhalt an die erste Grenze. Die erste Grenze ist meist das Netz.

Wir erleben in vielen Häusern eine dieser Situationen:

  • WLAN gibt es nur im Verwaltungsbereich. In den Wohnbereichen, wo die Betreuung tatsächlich stattfindet, kommt kein Signal an.
  • Es gibt gar kein WLAN, oder nur ein Gäste-WLAN, das aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde.
  • WLAN ist vorhanden, aber Fremdgeräte dürfen sich grundsätzlich nicht einwählen.
  • Das Gebäude hat Funklöcher: dicke Wände, lange Flure, ein Anbau aus einem anderen Jahrzehnt.
  • Die IT sitzt extern oder beim Träger und ist nicht im Haus. Für jede Änderung braucht es ein Ticket und einen Termin.

Selbst dort, wo WLAN vorhanden und freigegeben ist, ist es oft überraschend schwer, ein neues Gerät tatsächlich anzumelden. Passwörter sind nicht bekannt, Zertifikate fehlen, oder die zuständige Person ist gerade nicht erreichbar.

Bei größeren Trägern kommt eine zweite Ebene hinzu. Dort gibt es eine zentrale IT-Abteilung, bei der jedes neue Gerät registriert und geprüft werden muss. Nach unserer Erfahrung dauert dieser Prozess häufig rund zwei Monate. Und manchmal endet er mit einer Absage: Das Gerät wird aus Sicherheitsgründen nicht ins Netz gelassen. Das ist keine böse Absicht, sondern die Aufgabe dieser Abteilungen. Für die Betreuung bedeutet es trotzdem, dass ein Angebot, das eigentlich nächste Woche starten sollte, erst einmal im Lager steht.

Die gute Nachricht: Für die Aktivierung im Wohnbereich brauchen Sie das Haus-WLAN nicht zwingend.

Welche Wege es ohne Haus-WLAN gibt

Fünf Wege haben sich in der Praxis etabliert. Keiner davon ist für jedes Haus der richtige.

Gerät mit eigener SIM-Karte

Das Aktivierungsgerät bringt sein eigenes Mobilfunkmodul mit und verbindet sich selbstständig mit dem Netz, so wie ein Smartphone. Das Haus muss nichts einrichten, die IT nichts freigeben.

Vorteile: Start am Tag der Lieferung. Weil das Gerät nicht ins Hausnetz muss, entfällt meist die Freigabe durch die IT. Fragen Sie trotzdem kurz nach, ob Ihr Träger Regeln für Fremdgeräte hat. Das Gerät kann im Haus bewegt werden, ohne dass es das Netz wechselt. Die Verbindung ist Sache des Anbieters, nicht Ihre.

Nachteile: Das Gerät ist auf den Mobilfunkempfang im Haus angewiesen. Ob es ohne Verbindung weiterläuft, hängt davon ab, ob die Inhalte lokal auf dem Gerät liegen oder bei jeder Nutzung gestreamt werden. Das ist die wichtigste Frage an den Anbieter. Klären Sie außerdem, ob die Mobilfunkkosten im Preis enthalten sind oder separat anfallen.

Passt, wenn: Sie kein nutzbares WLAN im Wohnbereich haben, Ihre IT extern sitzt oder Sie schlicht nicht Monate warten wollen.

LTE- oder Mobilfunk-Router

Ein kleiner Router mit eigener SIM-Karte spannt ein lokales WLAN auf, in das sich Tablets, Laptops oder ein Fernseher einwählen können.

Vorteile: Ein Router versorgt mehrere Geräte. Er ist unabhängig vom Hausnetz und in der Anschaffung überschaubar.

Nachteile: Jemand im Haus muss ihn betreuen: Mobilfunkvertrag, Datenvolumen, Passwort, Neustart, wenn er hängt. Der Standort entscheidet über den Empfang, meist ist das ein Fensterplatz, der nicht unbedingt dort ist, wo Sie die Gruppe haben. Und Sie betreiben damit ein zweites Netz im Haus, zu dem Ihre IT eine Meinung haben wird.

Passt, wenn: Sie mehrere Tablets in einem festen Bereich nutzen wollen und eine Person im Team haben, die sich um Technik kümmern mag.

Tablet mit Handy-Hotspot

Ein Tablet wählt sich in den Hotspot eines Smartphones ein, etwa des Diensthandys der Betreuungskraft.

Vorteile: Keine Investition, in einer Minute eingerichtet. Gut, um auszuprobieren, ob digitale Inhalte bei Ihren Bewohnern überhaupt ankommen.

Nachteile: Das Angebot hängt an einem bestimmten Telefon, dessen Akku und dessen Datenvolumen. Fällt die Kollegin aus, fällt das Angebot aus. Für Gruppenangebote ist der Bildschirm zu klein. Als Dauerlösung ist das selten tragfähig.

Passt, wenn: Sie testen wollen, bevor Sie entscheiden, oder für die Einzelbetreuung am Bett.

Fernseher mit USB-Stick oder Offline-Medien

Vorbereitete Videos, Musik oder Bildershows werden auf einem USB-Stick gespeichert und am vorhandenen Fernseher im Gemeinschaftsraum abgespielt.

Vorteile: Braucht überhaupt kein Netz. Die Geräte sind meist schon da. Kaum Fehlerquellen.

Nachteile: Die Inhalte sind statisch. Jemand muss sie zusammenstellen, aktualisieren und auf die Sticks bringen, und genau diese Zeit ist im Betreuungsalltag knapp. Es gibt keine Interaktion, die Bewohner schauen zu. Ohne regelmäßig neue Inhalte wird das Angebot schnell eintönig.

Passt, wenn: Es im Haus keinerlei Empfang gibt, als Ergänzung zu anderen Angeboten oder bei sehr kleinem Budget.

WLAN-Ausbau im Haus

Das Haus investiert in flächendeckendes WLAN in allen Wohnbereichen.

Vorteile: Eine Grundlage, von der auch Pflegedokumentation, Telefonie, Videotelefonate mit Angehörigen und die eigenen Geräte der Bewohner profitieren. Langfristig der sauberste Weg.

Nachteile: Ein IT-Projekt mit Planung, Verkabelung, Access Points, Sicherheitskonzept und Ausschreibung. Rechnen Sie in Monaten, nicht in Wochen. Und auch danach gilt: Ein Fremdgerät braucht weiterhin eine Freigabe.

Passt, wenn: Die Digitalisierung des Hauses ohnehin ansteht und die Aktivierung ein Baustein von mehreren ist. Als schneller Weg zu einem einzelnen Betreuungsangebot ist der Ausbau selten geeignet.

Die Wege im Vergleich

WegAufwand für Ihr HausAbhängig vonGeeignet für
Gerät mit eigener SIM-KarteKeiner, der Anbieter richtet einMobilfunkempfang im HausSchneller Start ohne IT, Gruppen- und Einzelbetreuung
LTE-/Mobilfunk-RouterVertrag, Standort, Pflege im HausMobilfunkempfang am Router-StandortMehrere Tablets in einem festen Bereich
Tablet mit Handy-HotspotGering, aber dauerhaft an eine Person gebundenDiensthandy, Akku, DatenvolumenAusprobieren, Einzelbetreuung
Fernseher mit USB-StickInhalte selbst zusammenstellen und pflegenNichtsHäuser ohne Empfang, Ergänzung
WLAN-AusbauIT-Projekt über MonateBudget, Träger-ITHäuser mit breiter Digitalisierungsplanung

Netz-Check in 15 Minuten

Bevor Sie sich für einen Weg entscheiden, sollten Sie wissen, wie der Mobilfunkempfang in Ihrem Haus tatsächlich ist. In einem Haus mittlerer Größe kostet das etwa eine Viertelstunde und ein Smartphone. Die Checkliste zum Ausdrucken finden Sie am Ende dieses Artikels.

  1. WLAN am Smartphone ausschalten. Sonst messen Sie das Hausnetz und nicht den Mobilfunk. Prüfen Sie kurz, dass in der Statusleiste 4G, LTE oder 5G steht.
  2. Netzbetreiber notieren. Welches Netz nutzt Ihr Telefon? Nach unserer Erfahrung ist in Pflegeeinrichtungen der Empfang im Netz der Telekom am häufigsten gut, danach folgt Vodafone. Wenn Ihr Telefon in einem anderen Netz ist, leihen Sie sich für den Rundgang ein zweites Gerät von einer Kollegin oder einem Kollegen.
  3. Rundgang durch das Haus. Gehen Sie in jeden Wohnbereich, in jeden Gruppenraum und in ein typisches Einzelzimmer, am besten eines in der Gebäudemitte und eines am Ende des Flurs. Notieren Sie an jeder Station die Empfangsbalken.
  4. Speedtest an jeder Station. Starten Sie die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur (als App oder im Browser) und notieren Sie den Download-Wert in Mbit/s. Die Balken allein sagen wenig aus, die Messung schon.
  5. Funklöcher markieren. Bereiche, in denen das Telefon kein Netz oder nur 2G/E anzeigt, tragen Sie gesondert ein. Dort wird jedes Angebot, das eine Verbindung braucht, Probleme machen.
  6. Vorab auf der Karte nachsehen. Das Mobilfunk-Monitoring im Gigabit-Grundbuch des Bundes zeigt auf einer Karte, wie gut eine Region mit Mobilfunk versorgt ist. Es ersetzt den Rundgang im Gebäude nicht, gibt aber eine erste Orientierung.
  7. Ergebnisse mit dem Anbieter besprechen. Fragen Sie, welches Netz das Gerät nutzt, ob es automatisch zwischen Netzen wechselt und was ohne Verbindung weiterläuft.

Zur Einordnung: Für das Nachladen von Inhalten im Hintergrund reicht meist eine schwache Verbindung. Für Musik- oder Videostreaming während der Betreuung braucht es eine stabile. Ein Gerät, dessen Inhalte lokal gespeichert sind, ist deshalb deutlich toleranter gegenüber Funklöchern.

Datenschutz und IT: Fragen an jeden Anbieter

Diese Fragen gelten unabhängig vom Produkt. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben, dann hat auch Ihr Datenschutzbeauftragter etwas in der Hand.

  • Werden personenbezogene Daten von Bewohnern erfasst, gespeichert oder übertragen? Falls ja: welche, wofür und wie lange?
  • Welche Daten verlassen das Gerät überhaupt? Nutzungsstatistiken, Fehlerberichte, Standort?
  • Wo werden die Daten gehostet, und wer hat Zugriff darauf?
  • Hat das Gerät Kamera oder Mikrofon? Falls ja: Können diese dauerhaft deaktiviert werden?
  • Ist ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nötig? Wenn der Anbieter sagt, es würden keine personenbezogenen Daten verarbeitet, lassen Sie sich das bestätigen.
  • Gibt es eine Fernwartung? Wer darf wann auf das Gerät zugreifen?
  • Wie kommen Updates auf das Gerät, und braucht es dafür Ihr Hausnetz?
  • Was passiert, wenn die Verbindung ausfällt: Läuft das Angebot weiter, eingeschränkt oder gar nicht?
  • Muss im Hausnetz etwas geöffnet oder eingerichtet werden (Ports, Firewall, Zertifikate)?
  • Brauchen Mitarbeitende eigene Zugänge und Passwörter?
  • Wen erreichen Sie, wenn das Gerät ausfällt, und wie schnell gibt es Ersatz?

Ein Anbieter, der diese Fragen zügig und konkret beantwortet, hat sie sich selbst schon gestellt. Das ist ein gutes Zeichen.

So setzen Einrichtungen das mit Felix um

Felix, das Aktivierungsdisplay von HelloMirrors, gehört zum ersten der fünf Wege: ein mobiles 55-Zoll-Touchdisplay auf einem Rollstativ mit eigener SIM-Karte. Es ist eine spezielle IoT-SIM, die sich automatisch mit dem Mobilfunknetz verbindet, das am Standort verfügbar ist. HelloMirrors richtet das Modul vor der Lieferung ein, liefert Felix aufgebaut und stellt ihn betriebsbereit hin. Ihr Haus braucht kein WLAN, Ihre IT muss nichts freigeben, und Ihr Team startet ohne Schulung in drei Klicks.

Zur Frage, was ohne Verbindung passiert: Alle Inhalte liegen lokal auf dem Gerät. Die Ausnahme ist gestreamte Musik, die eine aktive Verbindung braucht. Reißt die Verbindung ab, läuft Felix weiter. Sobald wieder Netz da ist, synchronisiert er im Hintergrund, bei schwachem Empfang manchmal erst über Nacht. Die wöchentlich neuen Inhalte kommen so an, ohne dass jemand im Haus etwas tun muss.

Die Mobilfunkkosten sind in der monatlichen Membership enthalten. Beim Kauf sind sie für die ersten zwei Jahre inklusive.

Zum Datenschutz: Felix überträgt keine personenbezogenen Daten. Erfasst werden ausschließlich anonyme Nutzungsstatistiken, also welche Inhalte wann genutzt wurden. Diese Auswertung lässt sich für die Dokumentation Ihrer Betreuungsangebote nutzen. Das Gerät hat weder Kamera noch Mikrofon.

Und offen gesagt: Auch Felix braucht Empfang. In einem Haus, in dem auf dem Rundgang nirgends ein Balken erscheint, würden wir Ihnen von einem Gerät mit SIM-Karte abraten, unseres eingeschlossen. Dort ist eine WLAN-Anbindung zwingend nötig. Der Netz-Check oben gilt für uns genauso wie für jeden anderen Anbieter.

Fazit

Fehlendes WLAN ist kein Grund, digitale Beschäftigung im Pflegeheim aufzuschieben. Es ist ein Grund, den Weg bewusst zu wählen. Geräte mit eigener SIM-Karte sind meist der schnellste und für die Betreuung unkomplizierteste Weg, sofern der Mobilfunkempfang im Haus stimmt. LTE-Router und Hotspots funktionieren, verlangen aber jemanden, der sich kümmert. Offline-Medien laufen überall, kosten aber Vorbereitungszeit. Der WLAN-Ausbau ist die richtige langfristige Entscheidung, nur selten die schnelle.

Machen Sie den Netz-Check, stellen Sie jedem Anbieter die Datenschutzfragen, und entscheiden Sie dann.

Wenn Sie sehen möchten, wie Felix in der Praxis läuft, zeigen wir Ihnen das in einer kostenfreien Online-Vorführung. Sie brauchen dafür nichts vorzubereiten.

Quellen

Häufige Fragen

Gibt es digitale Beschäftigungsangebote für Pflegeheime, die ohne WLAN funktionieren?

Ja. Aktivierungsgeräte mit eigener SIM-Karte verbinden sich selbst mit dem Mobilfunknetz und brauchen weder WLAN noch eine Freigabe der IT. Daneben gibt es LTE-Router, Tablets am Handy-Hotspot und reine Offline-Lösungen wie einen Fernseher mit USB-Stick.

Warum ist WLAN in Pflegeeinrichtungen so oft ein Hindernis für digitale Angebote?

In vielen Häusern gibt es WLAN nur in der Verwaltung, Fremdgeräte dürfen sich nicht einwählen oder das Gäste-WLAN ist gesperrt. Bei größeren Trägern muss ein neues Gerät zudem von der zentralen IT geprüft und freigegeben werden, was Wochen bis Monate dauern kann.

Wie prüfe ich, ob der Mobilfunkempfang in unserem Haus ausreicht?

Schalten Sie an einem Smartphone das WLAN aus und gehen Sie durch jeden Wohnbereich, jeden Gruppenraum und ein typisches Einzelzimmer. Notieren Sie die Empfangsbalken und machen Sie an jeder Station einen kurzen Speedtest, etwa mit der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur.

Funktioniert ein Gerät mit SIM-Karte auch, wenn der Empfang zwischendurch wegbricht?

Das hängt davon ab, ob die Inhalte lokal auf dem Gerät liegen oder bei jeder Nutzung aus dem Internet geladen werden. Fragen Sie den Anbieter konkret, was ohne Verbindung weiterläuft und was nicht.

Welche Datenschutzfragen sollten wir vor der Anschaffung stellen?

Klären Sie, ob personenbezogene Daten von Bewohnern erfasst oder übertragen werden, wo Daten gespeichert werden, ob das Gerät Kamera oder Mikrofon hat und ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nötig ist. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben.

Braucht Felix WLAN oder eine Freigabe durch unsere IT?

Nein. Felix hat eine eigene SIM-Karte, die HelloMirrors vor der Lieferung einrichtet, und verbindet sich selbst mit dem verfügbaren Mobilfunknetz. Die Inhalte liegen auf dem Gerät, sodass Felix auch ohne Verbindung weiterläuft.

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