Felix · Ratgeber
Beschäftigungsangebote im Pflegeheim: Ideen für jede Gruppe
Welche Beschäftigungsangebote im Pflegeheim im Alltag laufen: für gemischte Gruppen, Männer und Frauen, am Bett und im Jahreskreis. Mit 50 Ideen zum Ausdrucken.
Kurz gesagt
Beschäftigungsangebote im Pflegeheim lassen sich in acht Bereiche ordnen: Bewegung, Musik, Gedächtnis und Sprache, Biografie und Erinnern, Sinne und Wahrnehmung, Ruhe und Entspannung, Alltag und Kreatives sowie Jahreskreis und Feste. In der Praxis laufen am häufigsten Quiz, Bewegungsübungen im Sitzen, Musik und Gedächtnisspiele in der Runde. Entscheidend ist weniger die Idee als die Anpassung: eine Schwierigkeit, die zur Gruppe passt, Formate ohne Punkte und kurze Einheiten am Bett. Der eigentliche Engpass ist selten die Idee, sondern die Vorbereitungszeit. Eine Liste mit 50 Ideen zum Ausdrucken finden Sie am Ende dieses Artikels.
Welche Arten von Beschäftigungsangeboten es gibt
Fast jedes Angebot der Sozialen Betreuung lässt sich einer von acht Arten zuordnen. Die Einteilung hilft beim Planen: Wer in einer Woche aus jeder Art etwas anbietet, hat automatisch Abwechslung im Plan.
| Art | Beispiele | Gut für |
|---|---|---|
| Bewegung | Sitzgymnastik, Sitztanz, Ballspiele im Kreis, Spaziergang im Garten | Vormittag, große Gruppen, Einstieg in den Tag |
| Musik | Gemeinsames Singen, Volkslieder und Schlager hören, Musik raten, Rhythmusinstrumente | Alle Gruppen, besonders Menschen mit Demenz |
| Gedächtnis und Sprache | Quiz, Stadt Land Fluss, Sprichwörter ergänzen, Bingo, Memory | Gemischte Gruppen, feste Vormittagsrunden |
| Biografie und Erinnern | Erzählcafé, alte Fotos und Gegenstände, Geschichten aus der Heimat, Dialekte raten | Kleine Gruppen, Einzelbetreuung, neue Bewohner kennenlernen |
| Sinne und Wahrnehmung | Fühlsäckchen, Gewürze riechen, vertraute Geräusche hören, Bilder betrachten | Einzelbetreuung, fortgeschrittene Demenz, am Bett |
| Ruhe und Entspannung | Vorlesen, Kaminfeuer oder Aquarium anschauen, ruhige Musik, Atemübungen | Nachmittag, Abend, Übergang zur Nacht, am Bett |
| Alltag und Kreatives | Gemeinsam backen, Wäsche falten, Gärtnern, Basteln, Handarbeit | Kleine Gruppen, Bewohner, die gern etwas mit den Händen tun |
| Jahreskreis und Feste | Oktoberfest, Fasching, Ostern, Advent, Gottesdienst, Geburtstage | Das ganze Haus, Angehörige einbinden |
Die Grenzen sind fließend. Ein Lied kann Musik, Erinnern und Bewegung zugleich sein, sobald mitgeklatscht wird. Das ist kein Problem, sondern der Normalfall.
Was in der Praxis am häufigsten läuft
Nach unserer Erfahrung aus vielen Häusern setzen sich immer wieder dieselben Formate durch:
- Quiz. Fragen zu Allgemeinwissen, zu früher, zu Redewendungen. Funktioniert in jeder Gruppengröße, braucht wenig Vorbereitung und lässt sich in der Schwierigkeit anpassen.
- Bewegungsübungen im Sitzen. Sitzgymnastik und Sitztanz, oft als Start in den Vormittag. Fast alle können mitmachen, auch im Rollstuhl, wenn die Übungen an die eigenen Möglichkeiten angepasst werden.
- Musik. In fast allen Häusern das beliebteste Angebot, besonders bei Menschen mit Demenz. Volkslieder, Schlager, Kirchenlieder, Tanzmusik aus den fünfziger und sechziger Jahren. Oft wird mitgesungen, ohne dass jemand dazu auffordert.
- Gedächtnisspiele in der Gemeinschaft. Stadt Land Fluss, Sprichwörter ergänzen, Begriffe raten, Bingo. In der Runde gespielt, nicht allein am Tisch.
Ein eigener Hinweis gilt regionalen Inhalten. „Dialekte raten“, also hören, woher jemand kommt, läuft in vielen Häusern besonders gut: Es knüpft an die Herkunft der Bewohnerinnen und Bewohner an, und fast jeder hat dazu etwas zu erzählen. Dasselbe gilt für Bilder aus der eigenen Stadt, regionale Gerichte oder die Mundart der Heimat.
Gemischte Gruppen: alle erreichen, niemand verliert
In fast jeder Runde sitzen Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen nebeneinander: die ehemalige Lehrerin, die jede Quizfrage beantwortet, neben einer Bewohnerin mit fortgeschrittener Demenz, die dem Gespräch nicht mehr folgt. Drei Dinge helfen in der Praxis:
- Schwierigkeit mischen. Stellen Sie leichte und schwere Fragen abwechselnd, oder lassen Sie die Runde schwere Fragen gemeinsam lösen. So kommt jede Person einmal zum Zug.
- Formate wählen, bei denen alle mitkommen. Musik, Bilder raten, Geräusche erkennen, Mitklatschen. Das funktioniert über Sprache hinaus und auch dann, wenn jemand nicht mehr schnell antwortet.
- Ohne Punkte spielen. Keine Wertung, kein Gewinner, kein Verlierer. Die Runde löst die Aufgabe gemeinsam, und wer nur zuhört, gehört genauso dazu. Das nimmt den Druck aus dem Angebot, auch für Ihre Kolleginnen und Kollegen.
Einzelbetreuung und Angebote am Bett
Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht mehr aufstehen können, fallen aus Gruppenangeboten heraus. Für sie braucht es eigene Formate, die im Liegen funktionieren:
- Atemübungen im Liegen. Langsames Ein- und Ausatmen mit einer ruhigen Anleitung, die Hand auf dem Bauch.
- Sanfte Bewegungsübungen für Beine und Füße. Füße kreisen, Zehen strecken, Knie langsam anziehen, immer nur so weit, wie es angenehm ist.
- Ruhige Inhalte. Vorlesen, leise Musik, ein Kaminfeuer oder ein Aquarium auf dem Bildschirm. Solche ruhigen Inhalte setzen Einrichtungen auch in der palliativen Begleitung ein.
- Angebote, die die Sinne ansprechen. Vertraute Geräusche wie Regen, Vogelstimmen oder Kirchenglocken, Klanglandschaften, ein Duft aus der Küche, ein Fühlsäckchen in der Hand.
Praktische Hinweise für diese Einheiten: Halten Sie sie kurz. Setzen Sie sich auf Augenhöhe ans Bett, statt zu stehen. Beobachten Sie die Reaktionen, Mimik, Atmung, Hände, und richten Sie das Angebot danach aus. Und hören Sie auf, wenn die Person müde wird, auch wenn Sie gerade erst angefangen haben. Ein gutes Angebot am Bett endet oft früher als geplant.
Biografie statt Klischee
„Was bieten wir den Männern an?“ ist eine der häufigsten Fragen in der Sozialen Betreuung, weil Männer in vielen Runden in der Minderheit sind und sich seltener angesprochen fühlen. Die ehrliche Antwort lautet: Die Biografie entscheidet, nicht das Geschlecht.
Ein Mann, der vierzig Jahre in einer Werkstatt gearbeitet hat, spricht auf Werkzeug, Motoren und die Autos seiner Zeit an. Eine Frau, die den Haushalt geführt hat, kennt sich mit Kochen, Hauswirtschaft und Handarbeit aus. Genauso gut kann die Frau Ingenieurin gewesen sein und der Mann Koch. Fragen Sie nach, was jemand gearbeitet hat, womit er seine Sonntage verbracht hat, welche Musik zu Hause lief. Daraus ergeben sich die Themen: Bilder alter Autos, Werkzeug in die Hand nehmen, Fußballgeschichte, bestimmte Musiker; oder Rezepte, Stoffe, alte Küchengeräte.
Und die Überschneidung ist groß. Musik, Bewegung, Feste, Quiz und Spaziergänge funktionieren bei fast allen. Wer Biografiearbeit ernst nimmt, braucht keine „Männergruppe“, sondern Angebote, die an echte Lebensgeschichten anknüpfen.
Der Jahreskreis als Gerüst
Der Jahreskreis gibt der Beschäftigung ein Gerüst, das niemand neu erfinden muss. Die Jahreszeiten mit ihren Farben, Gerüchen und Arbeiten; Fasching und Karneval; Ostern; Erntedank; das Oktoberfest, das in vielen Häusern längst nicht nur in Bayern gefeiert wird; Advent und Weihnachten. Dazu die kirchlichen Feiertage, katholisch wie evangelisch: Fronleichnam, Reformationstag, Allerheiligen, Buß- und Bettag. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner waren diese Tage ein Leben lang Fixpunkte.
Der Gottesdienst gehört in vielen Häusern als festes, regelmäßiges Angebot dazu, ob mit Seelsorge vor Ort, als Andacht durch das Team oder als Übertragung. Für manche Bewohner ist er das eine Angebot, das sie nie verpassen wollen.
Planen Sie den Jahreskreis einmal im Jahr durch, und Sie haben für jeden Monat einen roten Faden, an den sich Musik, Quiz, Basteln und Kochen anhängen lassen.
Der eigentliche Engpass: Vorbereitungszeit
Ideen sind selten das Problem, zumindest nicht am Anfang. Das Problem ist die Zeit, sie vorzubereiten: Fragen zusammenstellen, Material suchen, Musik heraussuchen, Bilder ausdrucken. Dazu kommen Personalmangel, Wochenenden ohne Soziale Betreuung, an denen Pflegekräfte nebenbei beschäftigen sollen, und irgendwann der Moment, in dem niemandem mehr etwas Neues einfällt und das dritte Quiz der Woche läuft.
Vier Antworten aus der Praxis:
- Eine Ideenliste. Eine Seite, die im Betreuungsraum hängt und auf der angekreuzt wird, was schon ausprobiert wurde. Unsere Vorlage mit 50 Ideen finden Sie am Ende dieses Artikels.
- Themenkisten. Eine Kiste pro Thema (Küche, Werkstatt, Garten, Schule, Reise), gefüllt mit Gegenständen, Bildern, Liedtexten und Fragen. Einmal gepackt, jederzeit einsatzbereit, auch für Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege.
- Ein gemeinsamer Plan. Wer wann welches Angebot übernimmt, steht im Wochenplan und nicht im Kopf einer einzelnen Person. Wie Sie den Plan aufbauen, zeigen wir im Artikel Digitale Aktivierung im Pflegeheim; die Vorlage dort funktioniert für jede Form von Beschäftigung.
- Eine digitale Inhaltesammlung. Quiz, Musik, Bewegungsübungen und Bilder an einem Ort, die nicht jede Woche neu zusammengesucht werden müssen. Ob über einen Fernseher mit vorbereiteten Medien, ein Tablet oder ein Aktivierungsdisplay, hängt von Gruppengröße und Haus ab. Die Kategorien vergleichen wir im Ratgeber Digitalisierung in der Sozialen Betreuung.
Felix in der Beschäftigung
Felix, das Aktivierungsdisplay von Hello Mirrors, wird nie allein genutzt, sondern immer gemeinsam mit einer Betreuungs- oder Pflegekraft. Genau daraus entstehen die besonderen Momente: wenn eine Bewohnerin bei einem Lied plötzlich mitsingt, oder wenn beim Dialekte raten jemand von seinem Heimatdorf erzählt. Felix ist dabei wie ein Werkzeugkoffer, der sofort bereitsteht, und nach unserer Erfahrung eine große Entlastung für die Soziale Betreuung und für Pflegekräfte, wenn Personal fehlt, am Wochenende oder wenn die Ideen ausgehen.
Was auf Felix läuft, deckt die meisten der acht Arten von oben ab: Quiz, Stadt Land Fluss, Sprichwörter raten, Bingo und Memory für die Runde; Dialekte raten für die Biografiearbeit; Sitzgymnastik und Sitztanz; Volksmusik, klassische Musik und Hörbücher; Atem- und Bewegungsübungen im Liegen, von einer Präventionstrainerin entwickelt, für die Einzelbetreuung am Bett; ruhige Inhalte wie Kaminfeuer und Aquarium, die Einrichtungen auch in der palliativen Begleitung einsetzen; und ein Gottesdienst-Paket mit Musik, Klängen und Gottesdiensten. Wie Felix bei Menschen mit Demenz eingesetzt wird, zeigen wir auf der Seite Felix bei Demenz.
Für gemischte Gruppen lässt sich die Schwierigkeit jeder App einstellen, und die Punktezählung kann abgeschaltet werden, sodass niemand verliert. Jede Woche kommen neue Inhalte, passend zur Jahreszeit und zu den Festen im Jahreskreis. Sogar der Bildschirm wechselt mit: Schnee im Winter, fallendes Laub im Herbst, Kirschblüten im Frühling, Sommerfarben im Sommer. Auf das Haus-WLAN ist Felix dabei nicht angewiesen, er hat eine eigene SIM-Karte; die Details dazu stehen im Artikel Aktivierung ohne WLAN.
Wenn Sie sehen möchten, wie das in Ihrem Haus aussehen könnte: Wir zeigen Ihnen Felix in einer kostenfreien Online-Vorführung, oder Sie starten mit einer Testphase für Ihr Team.
Häufige Fragen
Welche Beschäftigungsangebote gibt es im Pflegeheim?
Beschäftigungsangebote im Pflegeheim lassen sich in acht Bereiche ordnen: Bewegung (Sitzgymnastik, Sitztanz), Musik (Singen, Musik raten), Gedächtnis und Sprache (Quiz, Stadt Land Fluss, Bingo), Biografie und Erinnern (Erzählcafé, alte Fotos, Dialekte raten), Sinne und Wahrnehmung (Fühlsäckchen, vertraute Geräusche), Ruhe und Entspannung (Vorlesen, ruhige Musik), Alltag und Kreatives (Backen, Gärtnern, Handarbeit) sowie Jahreskreis und Feste (Oktoberfest, Fasching, Ostern, Weihnachten, Gottesdienst). Eine gute Woche enthält aus jedem Bereich etwas.
Welche Beschäftigungsangebote eignen sich für Menschen mit Demenz?
Nach unserer Erfahrung vor allem Musik aus der eigenen Lebenszeit, Bewegungsübungen im Sitzen mit großen, langsamen Vorgaben, Angebote, die die Sinne ansprechen, wie vertraute Geräusche oder Fühlsäckchen, und ruhige Bilder. Bei Quiz und Gedächtnisspielen zählt die Anpassung: leichte Fragen, kein Zeitdruck, keine Punkte, Antworten gemeinsam finden. Entscheidend ist die Betreuungskraft, die Reaktionen aufgreift und das Angebot beendet, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt.
Was kann man bettlägerigen Bewohnerinnen und Bewohnern anbieten?
Kurze Einheiten am Bett: Atemübungen im Liegen, sanfte Bewegungsübungen für Beine und Füße, Vorlesen, leise vertraute Musik, Geräusche und Klanglandschaften, ruhige Bilder wie ein Kaminfeuer oder ein Aquarium, ein Fühlsäckchen oder ein vertrauter Duft. Setzen Sie sich auf Augenhöhe, beobachten Sie Mimik und Atmung und hören Sie auf, sobald die Person müde wird.
Wie gelingt Beschäftigung in gemischten Gruppen?
Mit drei Regeln. Schwierigkeit mischen, sodass leichte und schwere Aufgaben abwechseln und die Runde schwere Fragen gemeinsam löst. Formate wählen, bei denen alle mitkommen, etwa Musik, Bilder raten oder Geräusche erkennen. Und ohne Punkte spielen: keine Wertung, kein Gewinner, kein Verlierer. Wer nur zuhört, gehört genauso dazu.
Welche Beschäftigungsangebote sprechen Männer im Pflegeheim an?
Die Biografie entscheidet, nicht das Geschlecht. Wer in Werkstatt oder Fabrik gearbeitet hat, spricht oft auf Werkzeug, Autos, Fußball oder bestimmte Musiker an; wer den Haushalt geführt hat, auf Kochen, Hauswirtschaft und Handarbeit. Beides kommt bei Männern wie bei Frauen vor. Fragen Sie nach Beruf, Hobbys und der Musik von früher. Die Überschneidung ist ohnehin groß: Musik, Bewegung, Quiz und Feste funktionieren bei fast allen.
Wie lässt sich die Vorbereitungszeit für Beschäftigungsangebote verringern?
Mit vier Dingen: einer Ideenliste, die im Betreuungsraum hängt; Themenkisten, die einmal gepackt werden und dann jederzeit bereitstehen; einem gemeinsamen Wochenplan, in dem steht, wer wann welches Angebot übernimmt; und einer digitalen Inhaltesammlung, aus der Quiz, Musik und Bewegungsübungen ohne Suchen abrufbar sind. Ein Aktivierungsdisplay wie Felix bündelt solche Inhalte und wird immer gemeinsam mit einer Betreuungs- oder Pflegekraft genutzt.
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